Du hast hunderte PDFs auf deinem Mac. Verträge, Rechnungen, Anleitungen, Berichte. Du weißt, dass die Information irgendwo steckt – aber du weißt nicht mehr wo. Also öffnest du ein PDF nach dem anderen, scrollst, suchst manuell. Oder du gibst auf und fragst einen Kollegen.
Was wäre, wenn du stattdessen einfach fragen könntest: „In welchem Vertrag steht die Kündigungsfrist für den Serverraum?" – und innerhalb von Sekunden eine Antwort bekommst, mit Quellenangabe?
Genau das ist jetzt möglich. PDF Content Search lässt sich ab Version 1.16 direkt mit KI-Assistenten wie Claude verbinden – über das Model Context Protocol (MCP). Die gesamte Verarbeitung bleibt dabei auf deinem Mac.
Was ist MCP?
Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, entwickelt von Anthropic. Die Idee dahinter: KI-Assistenten wie Claude sollen nicht nur auf ihr Trainingsmaterial zugreifen können, sondern auch auf deine lokalen Daten und Anwendungen – aber nur, wenn du es erlaubst.
MCP funktioniert dabei wie eine Steckdose: Die App (in diesem Fall PDF Content Search) stellt Funktionen als „Tools" bereit. Der KI-Assistent kann diese Tools nutzen, um Informationen abzurufen oder Aktionen auszuführen. Die Kommunikation läuft standardisiert über JSON-RPC – ein erprobtes Protokoll, das auch in vielen anderen Bereichen zum Einsatz kommt.
Der entscheidende Punkt: Kein Upload in die Cloud. Der KI-Assistent greift über localhost auf die App zu. Deine Dokumente verlassen deinen Rechner nicht.
Was bringt das in der Praxis?
Ohne MCP müsstest du Texte manuell aus PDFs kopieren und in den Chat einfügen. Mit MCP kann der Assistent selbstständig in deinen Dokumenten suchen, Texte lesen und Ergebnisse zusammenfassen. Ein paar Beispiele:
- Vertragsfragen klären: „Welche Kündigungsfrist gilt laut Mietvertrag?" – Claude durchsucht deine PDFs und zitiert die relevante Stelle.
- Rechnungen auswerten: „Liste alle Rechnungen über 500 Euro aus dem letzten Quartal auf." – Suche über alle indexierten Dokumente mit Betragsfilter.
- Technische Dokumentation durchforsten: „Wie wird die API-Authentifizierung im Projekthandbuch beschrieben?" – Volltextsuche über hunderte Seiten in Sekunden.
- Dokumente vergleichen: „Vergleiche die Garantiebedingungen in diesen zwei Verträgen." – Claude liest beide Dokumente und fasst die Unterschiede zusammen.
- Schnelle Übersicht: „Fasse die wichtigsten Punkte aus dem Protokoll vom 15. März zusammen." – Ohne das PDF selbst öffnen zu müssen.
Du stellst Fragen in natürlicher Sprache. Claude nutzt im Hintergrund die PDF Content Search API, um die passenden Dokumente zu finden, den OCR-Text zu lesen und dir eine fundierte Antwort zu geben.
Einrichtung in 4 Schritten
Die Einrichtung dauert keine zwei Minuten. Du brauchst PDF Content Search ab Version 1.16 und einen MCP-fähigen Client (z.B. Claude Desktop oder Claude Code).
Schritt 1: API-Server aktivieren
Öffne PDF Content Search und gehe zu Einstellungen. Im Bereich API Server aktivierst du den lokalen Server. Er läuft auf Port 44477 und ist nur über localhost erreichbar – von außen kommt niemand ran.
Direkt in der App öffnen (öffnet die Einstellungen in PDF Content Search)
Schritt 2: API-Token setzen
Vergib ein sicheres Token. Das Token schützt den Zugang zum MCP-Server. Ohne gültiges Token werden alle Anfragen abgelehnt.
Schritt 3: MCP-Konfiguration kopieren
Im Bereich MCP (Model Context Protocol) in den Einstellungen siehst du den Status und die Endpoint-URL. Klicke auf „Konfiguration kopieren" – die fertige JSON-Konfiguration landet in deiner Zwischenablage:
{
"mcpServers": {
"pdf-content-search": {
"type": "http",
"url": "http://127.0.0.1:44477/mcp",
"headers": {
"Authorization": "Bearer DEIN_TOKEN"
}
}
}
}
Schritt 4: In Claude einfügen
Für Claude Code: Erstelle eine Datei .mcp.json im Root-Verzeichnis deines Projekts und füge die Konfiguration ein. Claude Code erkennt den Server beim nächsten Start automatisch.
Für Claude Desktop: Öffne die Einstellungen (Claude > Settings > Developer > Edit Config) und füge den pdf-content-search-Block unter mcpServers ein.
Nach dem Neustart von Claude siehst du die PDF Content Search Tools in der Tool-Liste. Ab jetzt kann Claude auf deine lokale Dokumentensammlung zugreifen.
Was PDF Content Search als MCP-Server bietet
PDF Content Search stellt über 20 Tools bereit, die Claude und andere MCP-Clients nutzen können. Die wichtigsten im Überblick:
Suche und Dokumente
| Tool | Beschreibung |
|---|---|
search_documents |
Volltextsuche über alle indexierten Dokumente mit Filtern und Sortierung |
get_document_text |
OCR-Text eines Dokuments lesen – seitenweise oder komplett |
get_document_metadata |
Dateiname, Pfad, Seitenanzahl, Dateigröße, Verarbeitungsstatus |
export_documents |
Mehrere Dokumente auf einmal exportieren (Text + Metadaten) |
Ordner und Verarbeitung
| Tool | Beschreibung |
|---|---|
list_folders |
Alle überwachten Ordner anzeigen |
list_folder_contents |
Dokumente in einem Ordner auflisten (mit Pagination) |
get_processing_status |
OCR-Statistik: wie viele Dokumente verarbeitet, ausstehend, fehlerhaft |
reprocess_document |
Einzelnes Dokument erneut durch die OCR-Pipeline schicken |
App-Steuerung
Besonders praktisch: Claude kann die App auch direkt steuern. Das ist nützlich, wenn du den Assistenten als Copilot nutzt und er dir bestimmte Dokumente zeigen soll:
ui_search– Suche in der App auslösenui_navigate– In der Dokumentenliste navigierenui_select_document– Bestimmtes Dokument auswählenui_screenshot– Screenshot des App-Fensters erstellenopen_in_finder– Dokument im Finder anzeigenopen_document_external– Dokument in der Standard-App öffnen (z.B. Vorschau)
Datenschutz: Was bleibt lokal, was nicht?
Transparenz ist wichtig — deshalb eine klare Aufschlüsselung, was wo passiert:
Was auf deinem Mac bleibt
- Deine PDF-Dateien: Die Originaldokumente werden nie hochgeladen. Sie bleiben auf deiner Festplatte.
- OCR-Verarbeitung: Die Texterkennung läuft vollständig lokal über Apple Vision. Kein Cloud-OCR.
- Volltextindex: Der Suchindex liegt in einer lokalen SQLite-Datenbank.
- MCP-Kommunikation: Der Server hört ausschließlich auf
127.0.0.1— von keinem anderen Rechner im Netzwerk erreichbar, Token-geschützt, Sessions laufen nach einer Stunde Inaktivität ab.
Was den Rechner verlässt
Wenn du Claude eine Frage stellst, passiert folgendes: Claude schickt eine Tool-Anfrage an den lokalen MCP-Server. PDF Content Search durchsucht seinen lokalen Index und gibt Textauszüge zurück. Diese Textauszüge werden dann vom Claude-Client an die Anthropic-Server geschickt, damit Claude eine Antwort formulieren kann.
Das heißt: Die PDF-Dateien selbst werden nie hochgeladen, aber die gefundenen Textstellen schon — genauso wie jede andere Nachricht, die du in Claude eingibst. Das ist kein Unterschied zu normalem Copy & Paste in den Chat, nur dass MCP dir das manuelle Suchen und Kopieren abnimmt.
Wenn du mit sensiblen Dokumenten arbeitest, solltest du die Datenschutzrichtlinien von Anthropic kennen. Im Business-Tarif (Claude Team/Enterprise) werden Eingaben nicht für das Training verwendet.
Apple und MCP
Dass MCP kein kurzlebiger Trend ist, zeigt die Unterstützung durch die großen Tech-Unternehmen. Neben Anthropic (dem Entwickler) haben Google, Microsoft und OpenAI den Standard adoptiert.
Besonders relevant für macOS-Nutzer: Apple hat angekündigt, MCP nativ in macOS Tahoe (Version 26.1) zu integrieren. Das bedeutet, dass in Zukunft noch mehr Apps und Systemdienste über MCP angebunden werden können. PDF Content Search ist damit schon jetzt vorbereitet.
Häufige Fragen
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Die gesamte Einrichtung läuft über die grafische Oberfläche von PDF Content Search. Du musst lediglich die kopierte Konfiguration in Claude einfügen – das war's.
Werden meine Dokumente an einen Server geschickt?
Die PDF-Dateien selbst werden nie hochgeladen. Die OCR-Verarbeitung und die Suche laufen lokal. Aber: Wenn Claude eine Antwort formuliert, werden die gefundenen Textauszüge an die Anthropic-Server geschickt — wie bei jeder Eingabe in Claude.
Welche KI-Assistenten funktionieren mit MCP?
MCP ist ein offener Standard. Aktuell sind Claude Desktop und Claude Code die verbreitetsten MCP-Clients. Weitere werden folgen – besonders mit der nativen macOS-Unterstützung durch Apple.
Welche Dateiformate werden unterstützt?
PDF Content Search indexiert PDFs, Bilder (PNG, JPG, TIFF, HEIC) und diverse Textformate. Die OCR-Erkennung über Apple Vision unterstützt zahlreiche Sprachen und erkennt auch handschriftliche Texte.
Kann ich steuern, auf welche Ordner Claude zugreifen darf?
Claude sieht nur die Ordner, die du in PDF Content Search als überwachte Ordner hinzugefügt hast. Du kontrollierst vollständig, welche Dokumente indexiert werden.
Ist das kostenlos?
Die MCP-Integration ist Teil von PDF Content Search und in jeder Lizenz enthalten – sowohl im App Store als auch in der Web-Store-Version. Für Claude Desktop oder Claude Code brauchst du einen Account bei Anthropic.