Ein Meilenstein für uns
Als Indie-Entwickler eine App zu bauen, die niemand kennt, ist der Normalzustand. Man arbeitet Monate an Features, an Performance, an Details – und hofft, dass irgendwann jemand hinschaut.
Im Heft 6/2024 hat die Mac & i PDF Content Search getestet. Unter dem Titel „Dokumenten-Spürhund“ wurde die App auf Herz und Nieren geprüft. Für uns als kleines Software-Unternehmen war das ein besonderer Moment – ein Platz in der Fachliteratur, neben etablierten Produkten, die seit Jahrzehnten am Markt sind.
Das Fazit der Redaktion: Die OCR-Suche überzeugt, bei Bedienung und Funktionsumfang sei noch Luft nach oben. Für uns war das gleich doppelt wertvoll – als Anerkennung und als Arbeitsauftrag.
Was wir aus dem Test mitgenommen haben
Ein professioneller Test zeigt dir Dinge, die du selbst nicht mehr siehst. Wenn du jeden Tag an deiner App arbeitest, entwickelst du blinde Flecken. Die Tester der Mac & i haben PDF Content Search so benutzt, wie ein neuer Nutzer es tun würde – und genau das hat uns weitergebracht.
Drei Punkte haben wir direkt in die Entwicklung aufgenommen:
Relevanz-Sortierung
Der Test hat angemerkt, dass eine Sortierung nach Trefferrelevanz fehlte. Bei einer Such-App will man die wichtigsten Ergebnisse oben sehen – das ist eine Grunderwartung.
Inzwischen ist die Relevanz-Sortierung voll implementiert. Suchergebnisse lassen sich nach Anzahl der Treffer pro Dokument sortieren. Die Trefferzahl wird direkt in der Ergebnisliste angezeigt. So siehst du sofort, welches Dokument den Suchbegriff am häufigsten enthält.
Drag & Drop
Im Test fehlte die Möglichkeit, Dateien aus der App herauszuziehen. Auf dem Mac erwartet man, dass man Dateien per Drag & Drop überall hin bewegen kann.
PDF Content Search unterstützt jetzt vollständiges Drag & Drop in beide Richtungen. Dateien aus der Ergebnisliste lassen sich direkt in den Finder, in Mail oder in andere Apps ziehen. Umgekehrt lassen sich Ordner und Dateien auch in die App hineinziehen, um sie zur Suche hinzuzufügen.
Öffnen mit externem Programm
Der Umweg über den Finder zum Bearbeiten von Dokumenten gehört der Vergangenheit an. Über das Kontextmenü lässt sich jedes Dokument direkt mit dem Standardprogramm oder einem beliebigen anderen Programm öffnen. „Im Finder zeigen“ ist ebenfalls einen Klick entfernt.
Wofür PDF Content Search steht
Der Test war auch eine gute Gelegenheit, uns selbst die Frage zu stellen: Was ist der Kern dieser App? Was soll sie sein – und was bewusst nicht?
Fokus auf das Wesentliche
PDF Content Search macht eine Sache: Text in Dokumenten finden, den andere Tools nicht finden. Gescannte Rechnungen, eingescannte Verträge, Bild-PDFs – alles, was für Spotlight unsichtbar ist.
Die Oberfläche ist bewusst aufgeräumt: links die Ordner, in der Mitte die Ergebnisse, rechts die Vorschau mit Treffermarkierung. Du öffnest die App, gibst einen Suchbegriff ein und bekommst dein Ergebnis. Ohne Einarbeitung, ohne Konfiguration, ohne Handbuch.
Wer Dokumente verwalten, taggen, automatisieren oder in einer Datenbank organisieren möchte, braucht ein anderes Werkzeug – DEVONthink zum Beispiel, das zu Recht als Referenz in diesem Bereich gilt. Aber wer einfach suchen will, braucht kein Wissensmanagement-System.
Treffermarkierung mit Bounding Boxes
PDF Content Search zeigt nicht nur, in welcher Datei dein Suchbegriff vorkommt. Es markiert die exakte Stelle auf der Seite – mit präzisen Bounding Boxes direkt im Dokument. Kein Scrollen, kein Raten, kein nochmaliges Suchen mit Cmd+F. Du siehst sofort, wo der Treffer ist.
Fuzzy-Suche für Text und Zahlen
Die Fuzzy-Suche funktioniert sowohl für Text als auch für Zahlen. Sie normalisiert Sonderzeichen und Umlaute (ä wird auch als ae gefunden, ß als ss) und findet Übereinstimmungen unabhängig von Trennzeichen. „10.000“, „10 000“ und „10000“ werden alle gefunden – genauso wie „Mueller“ auch „Müller“ findet.
OCR – der unsichtbare Kern
Die eigentliche Arbeit passiert im Hintergrund. PDF Content Search analysiert jede Seite per OCR, erkennt Text in Bildern und baut einen Volltext-Index auf. Die erstmalige Indexierung einer großen Sammlung braucht Zeit – danach werden nur neue oder geänderte Dateien nachindexiert, automatisch und im Hintergrund. Die eigentliche Suche dauert dann unter einer halben Sekunde, selbst über zehntausende Dokumente.
Die OCR nutzt Apple Vision und läuft komplett lokal – auf dem Neural Engine bei Apple Silicon, auf der GPU bei Intel-Macs. Keine Cloud, keine Datenübertragung. Deine Dokumente verlassen niemals dein Gerät.
Deine Dateien bleiben deine Dateien
PDF Content Search arbeitet direkt mit deinen Ordnern. Die Originaldateien bleiben, wo sie sind – im Finder, auf deiner Festplatte, in deinem gewohnten Ablagesystem. Es gibt keinen Import, keine proprietäre Datenbank, kein Lock-in.
Du kannst die App jederzeit deinstallieren und hast trotzdem noch alle deine Dateien. Das klingt selbstverständlich – ist es bei manchen Alternativen aber nicht.
OCR-Suche auf dem Mac: Ein Vergleich
Für OCR-basierte Dokumentensuche gibt es auf dem Mac nicht viele Optionen:
| Tool | Preis | OCR enthalten? |
|---|---|---|
| Spotlight | Kostenlos | Nein – gescannte PDFs unsichtbar |
| HoudahSpot | 34 $ einmalig | Nein – nutzt Spotlight-Index |
| EagleFiler | 69,99 $ einmalig | Nein – externe OCR nötig |
| DEVONthink Standard | 99 $ einmalig | Nein |
| DEVONthink Pro | 199 $ einmalig | Ja |
| Adobe Acrobat Pro | ~240 $/Jahr | Ja |
| PDF Content Search | 9,99 €/Monat oder 89,99 € Lifetime | Ja |
Wer gescannte Dokumente durchsuchbar machen will, braucht OCR. Bei den meisten Alternativen ist das entweder nicht enthalten oder kostet ein Vielfaches.
Wie es weitergeht
Der Mac-&-i-Test war ein Meilenstein für uns. Nicht, weil alles perfekt war – sondern weil er gezeigt hat, dass das Problem, das wir lösen, relevant ist. Tausende Mac-Nutzer suchen nach einer Möglichkeit, ihre Dokumente wirklich zu durchsuchen. Spotlight reicht dafür nicht. Und nicht jeder braucht oder will ein komplexes Dokumentenmanagement-System.
Wir arbeiten weiter an PDF Content Search. An der Performance, an der Bedienung, an neuen Features. Der Anspruch bleibt: Suchen muss einfach sein. Und alles finden – auch das, was andere übersehen.