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Universelle Steuerung hakt? Mehrere Macs mit einer Maus – WLAN oder Kabel

Illustration: Schreibtisch mit Monitor und zwei Laptops, ein Mauszeiger wandert zwischen den Bildschirmen, links Funkwellen, rechts ein Netzwerkkabel mit Ethernet-Adapter

Mit EdgeFlow steuerst du mehrere Macs mit einer einzigen Maus und Tastatur: Du schiebst den Zeiger über den Bildschirmrand, und er erscheint auf dem Mac daneben. Standardmäßig funktioniert das drahtlos und direkt zwischen den Rechnern – ganz ohne gemeinsames WLAN und ohne gemeinsame Apple-ID. Meistens fühlt sich das an, als hinge die Maus direkt am jeweiligen Mac. Manchmal aber stockt der Zeiger für einen kurzen Moment. Dieser Artikel erklärt, woher diese Aussetzer kommen, was du am WLAN verbessern kannst und warum ein Netzwerkkabel die zuverlässigste Lösung ist.

Und Apples Universelle Steuerung?

macOS bringt mit der Universellen Steuerung (Universal Control) eine eigene Lösung mit: Ein Mac steuert damit bis zu zwei weitere Macs oder iPads in der Nähe. Dafür müssen alle Geräte mit derselben Apple-ID angemeldet sein, höchstens etwa zehn Meter auseinanderstehen und Bluetooth, WLAN und Handoff eingeschaltet haben. Apples Anleitung nennt dafür nur Funkverbindungen.

Läuft die Universelle Steuerung bei dir zuverlässig und nutzen alle Geräte dieselbe Apple-ID, brauchst du nichts weiter. EdgeFlow setzt an zwei Stellen an, an denen sie nicht hilft: Es braucht keine gemeinsame Apple-ID – etwa für einen privaten und einen dienstlichen Mac – und es kann die Macs per Netzwerkkabel verbinden.

Wie EdgeFlow die Macs drahtlos verbindet

Für die direkte Funkverbindung nutzt EdgeFlow AWDL (Apple Wireless Direct Link) – dieselbe Technik, mit der auch AirDrop Dateien zwischen Apple-Geräten überträgt. Die Macs brauchen dafür keinen Router und kein gemeinsames Netzwerk. Die Reichweite entspricht der von AirDrop: gedacht für denselben Schreibtisch oder denselben Raum.

Der Haken: AWDL hat keine eigene Antenne. Es teilt sich das WLAN-Funkmodul des Macs mit der ganz normalen WLAN-Verbindung zum Router. Das Funkmodul kann aber immer nur auf einem Kanal gleichzeitig senden und empfangen.

Woher die kurzen Aussetzer kommen

Weil sich beide Verbindungen ein Funkmodul teilen, wechselt es in kurzen, regelmäßigen Abständen zwischen dem Kanal des Routers und dem Kanal der Direktverbindung. Solange es gerade „woanders“ ist, warten die Mausbewegungen in der Warteschlange. Kommt das Funkmodul zurück, werden sie gesammelt nachgeliefert.

Für dich sieht das so aus: Der Zeiger bleibt für einen Sekundenbruchteil – in unseren Messungen typischerweise etwa eine Viertelsekunde – stehen und springt dann an die richtige Stelle. Solche Aussetzer kommen nicht ständig, sondern in kurzen Serien: einige Male hintereinander, danach läuft die Verbindung wieder sauber.

Wichtig für die Einordnung:

  • Es liegt nicht an der Rechenleistung deines Macs. Die Mausbewegungen werden rechtzeitig abgeschickt; sie warten auf der Funkstrecke.
  • Die Verbindung ist nicht grundsätzlich langsam. Zwischen den Aussetzern kommen die Bewegungen innerhalb weniger Millisekunden an.
  • Es betrifft die Funkstrecke, nicht einzelne Geräte. Wir haben die Aussetzer auf verschiedenen Macs beobachtet, auch auf Verbindungen, über die gerade gar keine Mausbewegungen liefen.

So verbesserst du die WLAN-Verbindung

Ganz lassen sich die Aussetzer über Funk nicht vermeiden. Mit diesen Einstellungen werden sie aber seltener:

  • WLAN auf allen Macs eingeschaltet lassen. Ohne eingeschaltetes WLAN gibt es keine Direktverbindung – auch dann nicht, wenn der Mac per Kabel im Netz hängt. EdgeFlow zeigt den Mac dann zwar an, kann sich aber nicht verbinden.
  • Router auf einen festen 5-GHz-Kanal stellen, am besten 44 oder 149. Die Direktverbindung zwischen Apple-Geräten bevorzugt diese Kanäle. Liegt der Router auf demselben Kanal, muss das Funkmodul seltener wechseln. Stell dafür die automatische Kanalwahl im Router ab.
  • DFS-Kanäle meiden (5-GHz-Kanäle 52 bis 144). Auf diesen Kanälen kann die Direktverbindung nicht mitlaufen, und das Funkmodul muss ständig hin- und herspringen. In unseren Tests gehörte der Wechsel von einem DFS-Kanal auf Kanal 44 zu den Maßnahmen, mit denen die Aussetzer deutlich seltener wurden.
  • Die Macs nah beieinander aufstellen. EdgeFlow ist für Rechner am selben Arbeitsplatz gedacht, nicht für verschiedene Räume.
  • Große Übertragungen über WLAN vermeiden, während du arbeitest. Umfangreiche Downloads, Backups oder Videostreams über das WLAN desselben Macs beanspruchen das Funkmodul zusätzlich.

Auch mit optimalen Einstellungen bleibt es eine Funkstrecke: In unseren Messungen traten die kurzen Aussetzer auch dann noch auf, als alle beteiligten Macs und der Router auf demselben Kanal lagen – seltener, aber nicht nie.

Die zuverlässige Lösung: ein Netzwerkkabel

Über ein Netzwerkkabel gibt es kein geteiltes Funkmodul, keinen Kanalwechsel und keine Funkstörungen. In unseren Vergleichsmessungen – gleiche Macs, gleiche Bewegungsmuster – verschwanden die Aussetzer über Kabel praktisch vollständig, und es ging kein einziges Paket verloren.

EdgeFlow nutzt das Kabel automatisch: Sind zwei Macs über ein Netzwerkkabel erreichbar – direkt miteinander verbunden oder über einen Switch bzw. Router im selben Netz –, wählt EdgeFlow diesen Weg selbst. Du musst nichts umstellen. In der Menüleiste zeigt EdgeFlow für jeden verbundenen Mac an, über welchen Weg er gerade verbunden ist.

Das Kabel hilft außerdem dort, wo Funk gar nicht erlaubt ist: Manche Firmen untersagen WLAN-Verbindungen zwischen privaten und dienstlichen Geräten. Mit Kabel funktioniert EdgeFlow trotzdem. In Firmennetzen kann die automatische Geräteerkennung allerdings durch die IT eingeschränkt sein (etwa durch Isolation der Geräte untereinander) – das klärst du im Zweifel mit deiner IT-Abteilung.

Hat dein Mac einen Ethernet-Anschluss?

Viele Macs haben heute keinen Netzwerkanschluss mehr:

  • Mac mini, Mac Studio und Mac Pro haben einen Ethernet-Anschluss eingebaut.
  • iMac: Je nach Ausstattung sitzt der Ethernet-Anschluss am Netzteil. Schau an deinem Netzteil nach – fehlt der Anschluss dort, brauchst du einen Adapter.
  • MacBook Air und MacBook Pro haben keinen Ethernet-Anschluss. Hier hilft ein Adapter für den USB-C- bzw. Thunderbolt-Anschluss.

Der passende Adapter

Ein Ethernet-Adapter wird einfach in einen freien USB-C- oder Thunderbolt-Anschluss gesteckt und mit einem Netzwerkkabel verbunden. Im Apple Store bekommst du zum Beispiel den Belkin USB-C auf 2,5 Gb Ethernet Adapter. Wer ohnehin mehrere Geräte anschließen möchte, findet in der Kategorie Mac Zubehör im Apple Store auch Docks und Multiport-Adapter mit eingebautem Ethernet-Anschluss.

Für EdgeFlow reicht jeder Adapter, den macOS als Netzwerkschnittstelle erkennt – die Datenmenge für Maus und Tastatur ist winzig, auf die maximale Geschwindigkeit des Adapters kommt es nicht an.

Schritt für Schritt

  1. Adapter an jeden Mac ohne eigenen Ethernet-Anschluss anstecken.
  2. Alle Macs per Netzwerkkabel mit demselben Router oder Switch verbinden. Zwei Macs kannst du auch direkt mit einem Kabel verbinden.
  3. In den Systemeinstellungen → Netzwerk prüfen, dass die Ethernet-Verbindung (bzw. der Adapter) als verbunden angezeigt wird.
  4. WLAN auf allen Macs eingeschaltet lassen.
  5. In der Menüleiste von EdgeFlow nachsehen: Dort steht „über Kabel“ (bei gemischten Verbindungen „Kabel: … · Funk: …“). EdgeFlow wechselt von selbst auf das Kabel, sobald es verfügbar ist.

Fazit

Drahtlos ist EdgeFlow am bequemsten: kein Kabel, kein gemeinsames WLAN, keine Einrichtung. Die meiste Zeit merkst du keinen Unterschied zu einer direkt angeschlossenen Maus. Weil sich die Direktverbindung das Funkmodul mit dem normalen WLAN teilt, kann der Zeiger aber gelegentlich kurz stocken. Ein fester Router-Kanal ohne DFS macht das seltener. Wer eine völlig gleichmäßige Maus möchte – etwa für präzises Arbeiten in Grafik- oder Schnittprogrammen –, verbindet seine Macs per Kabel und steckt bei MacBooks einen Ethernet-Adapter an. EdgeFlow erkennt das Kabel automatisch.

EdgeFlow – eine Maus und Tastatur für mehrere Macs

Direkt verbunden, ohne gemeinsames WLAN – und über Kabel, wo es zählt.