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PDF Content Search 1.17: Claude Desktop in einem Klick einrichten

Von · 5 Min Lesezeit

Vor ein paar Wochen haben wir PDF Content Search an Claude angebunden — damit Claude in deinen indexierten Dokumenten suchen, OCR-Texte lesen und Ergebnisse zusammenfassen kann. Technisch elegant, aber: Die Einrichtung bestand aus vier Schritten inklusive JSON-Konfiguration manuell in eine Config-Datei einfügen. Für Entwickler kein Problem. Für alle anderen ein Stolperstein.

Das haben wir jetzt behoben. Mit PDF Content Search 1.17 (Build 178) reduziert sich der gesamte Setup-Prozess für Claude Desktop auf einen Klick.

Kein JSON, kein „Finde die Konfigurationsdatei", kein Abtippen von API-Token. Button drücken, Erklärungs-Dialog bestätigen, Claude Desktop neu starten. Fertig.

Warum ein Ein-Klick-Setup?

Das Model Context Protocol (MCP) ist ein offener Standard, der KI-Assistenten wie Claude mit lokalen Anwendungen verbindet. Wir haben PDF Content Search als MCP-Server gebaut — die App stellt 22 Werkzeuge bereit, mit denen Claude deine Dokumente durchsuchen, OCR-Texte lesen, Metadaten extrahieren und bei Bedarf im Finder anzeigen kann. (Eine tiefere Einführung zum Protokoll findest du in unserem MCP-Grundlagen-Artikel.)

Claude Desktop liest MCP-Server aus seiner Konfigurationsdatei claude_desktop_config.json. Das Format ist JSON und akzeptiert — anders als z. B. Claude Code — nur stdio-basierte Server. HTTP-Server wie unserer werden schlicht ignoriert. Das führte in der alten Einrichtungs-Anleitung zu einer kleinen Stolperfalle: unser Snippet funktionierte prima für Claude Code, aber für Claude Desktop musste man es in eine stdio-Variante umbauen und selbst in die richtige Datei editieren.

Mit Version 1.17 verschwindet dieser Reibungspunkt komplett. Die App weiß selbst, welches Format Claude Desktop braucht, legt das passende Hilfsprogramm ins eigene Bundle, trägt den Eintrag ein und fragt dich einmalig um Erlaubnis für den Zugriff auf die Claude-Config-Datei. Das wars.

Einrichtung in unter 60 Sekunden

Was du brauchst: PDF Content Search 1.17 (Build 178) oder neuer und Claude Desktop auf dem Mac.

  1. PDF Content Search öffnen und zu Einstellungen → Weitere Optionen navigieren. Im Bereich MCP findest du den neuen Button „In Claude Desktop einrichten".
  2. Button klicken. Die App zeigt einen kurzen Erklärungs-Dialog. Mit „Weiter" bestätigen.
  3. Einmalig Zugriff gewähren. macOS-Sandbox-Sicherheit verlangt, dass du der App den Zugriff auf Claude Desktops Konfigurationsdatei explizit erlaubst. Ein Finder-Fenster zeigt die Datei vorausgewählt an — einfach auf „Zugriff gewähren" klicken.
  4. Claude Desktop neu starten. Die App erkennt den neuen MCP-Server automatisch.

Im nächsten Claude-Chat taucht pdf-content-search als Tool-Sammlung auf, und beim ersten Nutzen fragt Claude dich nach Zustimmung — das übliche Permission-Handshake. Ab dann kannst du in natürlicher Sprache fragen:

  • „In welchem Vertrag steht die Kündigungsfrist für den Serverraum?"
  • „Liste alle Rechnungen über 500 Euro aus dem letzten Quartal auf."
  • „Vergleiche die Garantiebedingungen in diesen zwei Dokumenten."

Claude durchsucht deine indexierten Dokumente, liest den OCR-Text, fasst zusammen, verlinkt zurück.

Was passiert unter der Haube?

Kurz gesagt: Die App liefert genau die stdio-kompatible Konfiguration, die Claude Desktop erwartet, zusammen mit einem kleinen Hilfsprogramm, das deine Anfragen lokal an die HTTP-Schnittstelle der App weiterleitet. Zwei Welten, eine Brücke — hier wörtlich:

Brücke aus Dokumentseiten zwischen einer Insel mit PDFs und einer Insel mit einem Desktop-Chat-Fenster — die Bridge-Binary als Metapher

Im Detail:

  • API-Server aktivieren, falls nötig. Der lokale HTTP-Server der App (Port 44477) wird gestartet, falls er noch nicht läuft.
  • Zugriffs-Token erzeugen, falls noch keins existiert. Der Token bleibt auf deinem Mac — zwischen App, Hilfsprogramm und Claude Desktop.
  • Hilfs-Binary installieren. Im App-Bundle liegt ein winziges Programm namens pdf-content-search-mcp. Claude Desktop startet dieses Binary als Subprozess und tauscht per stdin/stdout MCP-Nachrichten aus. Das Binary leitet sie über HTTP an die App weiter — und zurück. Für Claude sieht es aus wie ein lokaler stdio-MCP-Server, für die App wie ein ganz normaler HTTP-Client.
  • Konfigurationsdatei erweitern. In ~/Library/Application Support/Claude/claude_desktop_config.json wird unter mcpServers ein neuer Eintrag für PDF Content Search eingefügt. Alle bestehenden Einträge (andere MCP-Server, Preferences etc.) bleiben erhalten — die App macht einen sauberen JSON-Merge, überschreibt nichts.

Einen zweiten Button gibts zum Rückbau: „Aus Claude Desktop entfernen" räumt den Eintrag wieder aus der Config, ohne andere Einträge anzutasten.

Für andere MCP-Clients: HTTP/stdio-Snippets

Wenn du mit Claude Code, einer eigenen Integration oder einem anderen MCP-fähigen Tool arbeitest, das HTTP- oder SSE-Transport unterstützt: Der alte Weg geht auch weiterhin. In derselben MCP-Sektion in den Einstellungen gibt es den Button „Config-Snippet für andere MCP-Clients…". Darüber bekommst du sowohl das HTTP-Snippet (für Claude Code & Co.) als auch die stdio-Variante (falls du manuell experimentieren willst) zum Kopieren.

Datenschutz: nichts Neues, aber klargestellt

Die Umstellung auf Ein-Klick ändert nichts an der Datenflussarchitektur. Zur Sicherheit nochmal zusammengefasst:

  • Deine PDF-Dateien bleiben auf deiner Festplatte. Keine Cloud-Uploads der Originaldokumente.
  • OCR und Suche laufen vollständig lokal über Apple Vision und eine SQLite-Datenbank im App-Container.
  • Der MCP-Server hört ausschließlich auf 127.0.0.1. Kein anderer Rechner im LAN oder im Internet erreicht ihn. Zugriff ist Token-geschützt.
  • Das Hilfs-Binary kommuniziert nur mit der App auf deinem Mac, nie mit einem externen Server.
  • Was Claude sieht, sind die Textauszüge aus den Dokumenten, die für die Beantwortung deiner Frage nötig sind — dieselben Ausschnitte, die du sonst per Copy & Paste selbst in den Chat hättest packen müssen. Dass diese Snippets Claudes Antwort-Generierung bei Anthropic-Servern verarbeitet werden, liegt in der Natur von Claude selbst. Details in Anthropics Datenschutzrichtlinien; im Claude-Business-Tarif werden Eingaben nicht für Training verwendet.

Download und Update

PDF Content Search 1.17 ist ein kostenloses Update für alle bestehenden Lizenzinhaber.

Häufige Fragen

Was ändert sich mit Version 1.17?

Die Claude-Desktop-Einrichtung wird ein Klick statt vier Schritten. Technisch wird alles, was bisher manuell erfolgte — API-Server aktivieren, Token erzeugen, Konfigurationsdatei editieren — ab Version 1.17 automatisch durchgeführt.

Muss ich meine Ordner neu einrichten?

Nein. Die indexierten Ordner und OCR-Daten bleiben über Updates hinweg erhalten. Einzige Ausnahme: Wenn du aus einer Entwickler-Debug-Version auf die Release-Version wechselst, müssen die Ordner-Bookmarks wegen unterschiedlicher Code-Signaturen einmalig neu gewählt werden. Für normale Nutzer kein Thema.

Funktioniert das mit Claude Code oder anderen MCP-Clients?

Ja. Für Claude Code und andere Clients, die HTTP- oder SSE-Transport unterstützen, bringt die App weiterhin die klassischen Konfigurations-Snippets mit — einfach im MCP-Bereich der Einstellungen auf „Config-Snippet für andere MCP-Clients…" klicken.

Warum muss ich beim Setup einer Datei Zugriff erlauben?

macOS-Sandboxing erlaubt einer App keinen direkten Zugriff auf Dateien außerhalb ihres eigenen Containers. Claude Desktops Konfigurationsdatei liegt außerhalb. Über einen kurzen Erklärungs-Dialog und den Finder-Panel gewährst du der App einmalig den nötigen Zugriff. Die App merkt sich das, zukünftige Updates kommen ohne erneuten Dialog aus.

Kann ich die Registrierung wieder rückgängig machen?

Ja, der Button „Aus Claude Desktop entfernen" im gleichen Abschnitt räumt den Eintrag wieder raus. Andere MCP-Server in deiner Config bleiben dabei unberührt.

Was ist mit iOS?

Die MCP-Integration ist vorerst macOS-spezifisch, da Claude Desktop nur auf dem Mac läuft. Für iOS gibt es aktuell keine vergleichbare MCP-Client-Infrastruktur.

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